LINEN MAGAZINE

Uni Stoffe – einzig und allein stehen sie also da. Wer das Wort Uni, für sich gestellt, hört oder liest, denkt zunächst einmal, zumindest in Deutschland, an eine Universität. Dabei leitet es sich in unserem Sprachgebrauch vielmehr von einem anderen Wort ab, das in gewisser Diskrepanz zum oft freiheitlichen oder revolutionären Denken an Universitäten steht, der Uniform. Vom einheitlichen Waffenrock der Soldaten kommend, wurde das Wort Uniform erstmals in der französischen Armee des 18. Jahrhunderts gebraucht und fand so seinen Weg in den Bereich der Stoffe, um als Oberbegriff „Uni“ für farbliche Einheit zu stehen. Vielleicht war es auch umgekehrt, dass die damaligen Hersteller der Soldatenkleidung den Begriff Uniform nutzten und die Heerführer dies übernahmen. Keine ganz unwahrscheinliche These, denn schließlich waren die Stofffabrikanten die ersten, die sich mit der Materie beschäftigen mussten. Das französische „Uni“ bedeutet „einfach“ oder „eben“ und leitet sich wiederum vom lateinischen „unire“ ab, das für „einer, ein Einziger“ steht.

Uni Stoffe – einzig und allein stehen sie für sich, was keineswegs bedeutet, dass Uni Stoffe langweilig sein müssen oder etwa zwangsweise zum Uniformismus führen, heute weniger denn je. Immerhin sind aktuell rund 800 verschiedene Textilfarben in der Anwendung, die jede für sich zur Herstellung eines Uni-Stoffes verwandt werden können.

Leinen-Bettwäsche aus Uni Stoffen – bunter denn je

Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hielt sich die textile Farbenpracht sehr in Grenzen, denn das Färben von Stoffen war aufwendig und für besondere Farben wurden besondere Zusätze benötigt, die schwer zu beschaffen und damit teuer waren. Uni war damals der Normalzustand bei der Bevölkerung, und zwar überwiegend in Eierschalen-Weiß, Ocker und Beige, den natürlichen Farben von Wolle, Leinen und Hanf. Mittels Zwiebelschalen, roter Bete, Karotten, Heidelbeeren, Holunderbeeren oder Spinat kam schon etwas Farbe in die Stoffe, aber überwiegend einfarbig, eben Uni, denn der industrielle Textildruck ist eine noch junge Kunst, gerade etwa 60 Jahre alt, und farblich gewebte Textilien hatten ihren Preis und waren der reichen Oberschicht vorbehalten.

Der Inbegriff des textilen Unis war jedoch die schneeweiße Bettwäsche aus Leinen, die nach dem Waschen im Fluss an dessen Ufer in der Sonne gebleicht wurde. Übrigens ist es bis heute recht schwierig, Textilien in der Farbe Weiß deckend zu färben, weshalb oft der einfachere Weg gegangen wird, indem dem Stoff jegliche Farbe entzogen wird. Wenn auch weiße Bettwäsche geradezu der Klassiker bei den Uni Stoffen darstellt, so sind Uni Stoffe aller möglichen Farbspektren längst zeitlos modische Begleiter in der Bekleidung, aber auch bei Haushaltstextilien wie Bettwäsche. Die Dominanz nur einer Farbe besitzt fast schon eine magische Wirkung. Uni Stoffe können beruhigen, aber auch erregen. 

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